Die zugelaufene Kröte

Hin und wieder kommt es vor, dass sich eine Wasserschildkröte aus ihrem Teich entfernt und dann auf der neuerlichen Suche nach Wasser in irgendeinem Gartenteich oder einem Wasserloch landet. Wenn man so eine Kröte findet, ist gerade bei Menschen ohne Vorwissen meist guter Rat teuer. Was zu tun ist, wenn man plötzlich zum Krötenbesitzer wird, erklären wir hier.

Das erste Notlager

Zunächst sollte man herausfinden, um was für eine Gattung es sich bei dem Ausreißer handelt. Es gibt zahlreiche Schildkröten-Unterarten, die teilweise sehr stark voneinander abweichen. Weist das Tier Merkmale einer Wassergattung auf, so sollte man einen großen und nach Möglichkeit flachen Stein oder zumindest etwas Vergleichbares suchen und ihn in eine Wanne mit Wasser legen. Die Schildkröte hat dann die Möglichkeit, sich in ihrem natürlichen Habitat, dem Wasser, zu bewegen und anschließend auf dem Stein zu trocknen. Es ist darauf zu achten, dass es die Kröte ohne größere Anstrengungen aus eigener Kraft auf den Stein schaffen kann. Konnte man die Art bestimmen, lässt sich via Internet herausfinden, was das Tier zu fressen bekommt. In den meisten Fällen kann man der Kröte erst einmal ein Salatblatt anbieten. Natürlich fressen die Kröten auch Süßwasserfische oder Gammarus (Bachflohkrebse), aber gerade im Alter mögen viele Kröten lieber ein wenig Grünzeug. Falls die Kröte beschließt, nicht an Land, sondern im Wasser zu nächtigen, muss man keine Panik haben, dass die Kröte versehentlich ertrinkt. Manche bevorzugen ein Nachtlager auf ihrem Lieblingsstein und andere schlafen eben lieber im Wasser. Man sollte auch unbedingt bei einem Tierarzt vorstellig werden, weil die meisten Fundtiere erkältet sind und Antibiotika und viel Wärme benötigen. Hat die Kröte die erste Nacht in ihrem Notlager überstanden und lässt sich kein Besitzer mehr ausmachen, bleiben einem nur zwei Möglichkeiten: Entweder man gibt das Tier in fachkundige Hände ? beispielsweise in eine Auffangstation ? oder man deckt sich mit allem ein, was zu einer artgerechten Schildkrötenhaltung dazugehört.

Das weitere Vorgehen

Es gibt einige wichtige Grundregeln, an die man sich halten sollte, wenn die Schildkröte zu einem festen Mitbewohner wird. Grundsätzlich gilt: Wasserschildkröten werden bei 28 Grad Wassertemperatur und mindestens 28 Grad Lufttemperatur gehalten. Eine UV-Lampe ist unabdingbar und auf dem Stein oder dem Festlandteil direkt unter der UV-Lampe sollte es mindestens 38 Grad und maximal 45 Grad sein. Die Größe des Beckens ist natürlich abhängig von der Größe und der Agilität der jeweiligen Kröte. Der Landteil sollte übrigens unterschwimmbar sein und das Wasser am besten durch eine Pumpe gefiltert. Die Begrünung des Beckens kann durch ein Fertigpaket erfolgen, wie man es zum Beispiel auch auf http://www.plus.de/ findet. Für nähere Informationen zu artengerechter Krötenhaltung, sollte man einen Fachmann konsultieren oder sich in Internetforen mit anderen Tierhaltern austauschen.